Interview with Kumi Naidoo, Executive Director of Greenpeace International (Part 1)

Jetzt anhören!

WARUM HAT KUMI DEN JOB BEI GREENPEACE ANGENOMMEN?

p { margin-bottom: 0.08in; }

Ich habe schon lange die Ansicht vertreten, dass innerhalb der globalen Zivilgesellschaft die großen globalen Herausforderungen wie Umwelt, Armut, Friede, Sicherheit und Geschlechtergleichbehandlung besser miteinander in Verbindung gebracht werden müssen. Ich war auf der Suche nach einer Organisation, die bereit war, in diese Richtung zu gehen. Und als sich Greenpeace mit mir in Verbindung setzte, habe ich anfangs ehrlich gesagt gezögert. Ich war gerade im 19. Tag eines 21 Tage währenden Hungerstreiks, um Druck auf die Regierung Südafrikas auszuüben, damit diese aufhört, Robert Mugabe in Simbabwe zu unterstützen.

Als ich mich dann genauer über die Arbeitsweise von Greenpeace informierte, sah ich ein großes Potenzial, um von einer, wie ich sagen würde, glaubwürdigen Organisation zu einer unglaublichen Bewegung zu werden, die eine große Anzahl von Menschen inspirieren kann. Denn am Ende des Tages werden jene, die in der Wirtschaft oder Politik an der Macht sind, diese nicht abgeben, bis sie von den größtmöglichen Menschenmassen unter Druck gesetzt werden, die wir zu mobilisieren in der Lage sind.

Und wenn für Regierungen – zumal für jene in demokratischen Staaten - Versagen keine entsprechenden Konsequenzen bei Wahlen nach sich zieht, werden sie auch nicht entsprechend agieren. Ich glaube, dass Greenpeace eine der besten Organisationen für diesen Zweck darstellt. Zwei Charakteristika, die Greenpeace auszeichnen sind erstens, dass diese Organisation kein Geld von Regierungen oder Unternehmen annimmt, was die Unabhängigkeit und Autonomie und Stimme gewährleistet, und zweitens die Tatsache, dass Greenpeace die führende Organisation ist, was zivilen Ungehorsam und gewaltfreie direkte Aktionen angeht.

Die Kämpfe gegen Sklaverei, Apartheid, Bürger- und Frauenrechte erzielten dann große Fortschritte, wenn anständige Männer und Frauen aufstanden und sagten: “genug ist genug! Wenn es sein muss, gehe ich ins Gefängnis, wenn es sein muss, werde ich mein Leben riskieren”. Diese Komponente des zivilen Ungehorsams fehlt in vielen Kampagnen, und ich meine, dass hier Greenpeace einen Vorsprung hat. Ich hatte mich bereits für zivilen Ungehorsam in der Anti-Armutsbewegung eingesetzt, und als das Angebot von Greenpeace kam, schien es das Richtige zum richtigen Zeitpunkt zu sein. Daher beschloss ich, Greenpeace an diesem Punkt seiner Geschichte zu dienen.

 

 

Anhören!

Rechtliche Hinweise | Über GPOO | Mit freundlicher Unterstützung von Österreichs Haushaltsversicherung