Interview with Kumi Naidoo, Executive Director of Greenpeace International (Part 10)

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HATTE KUMI JEMALS ANGST? WOHER KOMMT DIE POSITIVE ENERGIE?

Als ich 16 Jahre alt war und die Schule verlassen musste, wusste ich nicht, wie ich meine Ausbildung beenden sollte. Meine Mutter hatte im Jahr zuvor Selbstmord begangen. Ich befand mich also in einer schwierigen Phase und hatte Angst, ein junger Mann in einer unsicheren Zeit, in einem Land ohne Demokratie, mit Rassendiskriminierung. Diese Phasen der Angst währten allerdings nicht sehr lange, denn sobald man sich entschieden hatte, ein Teil des Kampfes für Gerechtigkeit in Suedafrika zu werden, wusste man auch, das man sein Leben aus Spiel setzte.

Als Südafrika im Jahre 1994 frei wurde, war es für einige von uns beinahe wie ein Schock, denn bis dahin gab es bestimmte Begriffe in unserem Wortschatz nicht: Zukunft, Karriere, Pension. Der Kampf schien fast beendet zu sein, und wir lebten noch. Wohl deshalb habe ich auch heute noch oft das Gefühl, dass ich mit geborgter Zeit lebe. Denn so viele meiner engsten Freunde und Menschen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, wurden in jungen Jahren ermordet, und wenn ich mich selbst betrachte, weiss ich, dass mich dasselbe Schicksal haette ereilen können.

Die Motivation, die ich heute verspüre, entspringt auch dem Bedürfnis, das Andenken an jene Personen zu ehren, die an den unterschiedlichsten Orten dieser Welt und ohne auch nur einen Cent dafür zu erhalten, aufgestanden sind, ihr Leben riskiert und den höchsten Preis bezahlt haben. Was ich tue, empfinde ich als ein Privileg, eine Ehre. Und mit Greenpeace zu sein, fühlt sich für nicht wie Arbeit, sondern wie "das Richtige tun" an.

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