Interview with Kumi Naidoo, Executive Director of Greenpeace International (Part 8)

Jetzt anhören!

ÖLPEST IM GOLF VON MEXIKO – UMDENKEN IN DEN USA?

Die amerikanische Regierung erweckt oft den Eindruck, sich in der Hand der Ölindustrie zu sein anstatt in der Hand ihrer eigenen Bürger zu befinden. Traurigerweise ist die Demokratie zu einem gewissen Aspekt ein Versuch, eine Balance zwischen der Geldbörse und der Wahlurne herzustellen. Demokratie wurde erfunden, um gewöhnlichen Menschen eine Stimme zu geben, damit im Zuge der Abstimmung ein Gleichgewicht zwischen jenen hergestellt wird, die das Geld haben.

Man wird sehen, ob sich unter den Mächtigen der USA die Vernunft durchsetzen wird. Obwohl sich die Vereinigten Staaten für eine große Demokratie halten, sind sie in Wahrheit leider eine liberale Oligarchie. Die Medienlandschaft ist erschreckend eng, zumindest, was die penetrativen Medien angeht, also jenen, die die öffentliche Meinung bilden. In vielen Staaten darf man keine kritische Zeitung herausbringen, und das ist schlecht. Was aber noch schlechter ist, ist, wenn ein Land behauptet, eine Demokratie zu sein, jedoch unter den penetrativen Medien, ein extrem enges Spektrum aufweist.

Ich hege die große Hoffnung, dass die USA aus dieser Katastrophe Lehren ziehen und verstehen wird, dass es in diesem Fall nicht nur um die Vereinigten Staaten, sondern um die ganze Welt geht, insbesondere auch um die Mexikaner, die ja von dieser Ölpest genauso betroffen sind, auch wenn darüber niemand spricht, sondern immer nur von Florida die Rede ist. Falls starke Hurricanes auftreten, so könnte das Öl über eine große Fläche verteilt werden. So sehr ich also hoffe, dass es in den USA ein Umdenken in Energiefragen geben wird, so fürchte ich doch, dass die Macht der fossilen Industrie so stark ist, dass man bald wieder zum “Business as usual” zurückkehren wird.

Anhören!

Rechtliche Hinweise | Über GPOO | Mit freundlicher Unterstützung von Österreichs Haushaltsversicherung